Klein, aber fein - Zufriedene Kunden und Aussteller auf der 18. Antiquariats-Messe im Kunsthaus Zürich

„Ist Bakunins Erstausgabe so sinnlich wie ein Ferrari?“, fragte ein Journalist des Tages-Anzeigers und ließ sich beim Besuch der 19. Antiquariats-Messe gleich davon überzeugen. „Manchmal geschieht es“, schrieb er weiter, „dass man sich in seiner Heimatstadt befindet, aber doch durch eine völlig fremde Welt wandelt. Eine Welt, in der käufliche Leidenschaft feilgeboten wird, ohne dass man das miese Gefühl hätte, es würden schmutzige Geschäfte abgewickelt. Eine solche Welt ist die internationale Antiquariatsmesse im Vortragssaal des Kunsthauses Zürich.“


Klein, aber fein und durchaus erfolgreich präsentierte sich vom 8. bis 10. März 2013 die 19. Antiquariats-Messe Zürich. Nur sechs Monate nach dem Großereignis der Internationalen ILAB Antiquariatsmesse im September 2012 konnten die schweizerischen Antiquare abermals eine wichtige Veranstaltung ausrichten. Dass die seit Jahren beliebte Antiquariats-Messe Zürich daher 2013 in etwas kleinerem Rahmen stattfand, war die logische Konsequenz. Dass sie dennoch stattfand, war ein Signal dafür, wie wichtig die Messe für Sammler, Bibliophile und Antiquare in den 20 Jahren ihrer Existenz geworden ist.

In Zürich fasziniert das Originelle, Außergewöhnliche, mit einem gewissen Schwerpunkt auf der Moderne.  Viele Kunden betonten, wie sehr sie gerade den intimeren kleineren Rahmen der Zürcher Messe schätzen, zumal sich 2013 das Angebot der 28 Aussteller aus Europa und den USA auf gewohnt ausgewogenem Niveau bewegte, sowohl bezüglich der Themen wie auch der Preise. 

So konnten Sammler aller Einkommensklassen Schönes oder Seltenes entdecken, und man zeigte sich kauffreudig. Eine Umfrage unter den  Ausstellern ergab, dass 76 Prozent der angereisten Antiquare mit den Verkäufen zufrieden oder sehr zufrieden waren  –  obwohl  ein deutliches Fehlen von Händlern und Sammlern aus dem Ausland registriert wurde.  Auch der an 10.000 Sammler und Antiquare im Vorfeld der Messe versandte Katalog zeigte sich von der besten Seite. Viele Positionen daraus fanden mehrere Interessenten, weshalb bei zahlreichen Käufen in der ersten Stunde nach Messeeröffnung das Los entschied. Besonderer Attraktivität erfreuten sich Bücher und Autographen aus den Bereichen Literatur und Kunst, aber auch naturwissenschaftliche Werke und Helvetica waren gefragt.

Und was die Sinnlichkeit einer Bakunin-Ausgabe betrifft, ergab die 19. Antiquariats-Messe Zürich, dass diese durchaus mit einem Ferrari mithalten kann. Das äußerst seltene programmatische Standardwerk Bakunins, angeboten vom Roten Antiquariat (20.000 CHF), war heiß umschwärmt.

 

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